Kontrollaufgaben im Projekt-Controlling für IT-Projekte


In den Teilbereichen Projektmanagement, Qualitätsmanagement und Konfigurationsmanagement sowie Software-Entwicklung muss die Kontrolle ansetzen.

Im Projektmanagement (PM) muss gewährleistet sein, dass es lückenlose und umfassende Berichtswege, eine klare Projektorganisation, ein funktionierendes Schätz- und Planungsverfahren, ein abgestimmtes Änderungswesen, definierte Abnahmekriterien und viele andere Dinge mehr gibt. Diese Punkte müssen zwischen dem Projekt-Team und dem Kunden (sei er intern oder extern) klar abgestimmt, dokumentiert und teilweise auch abgezeichnet sein. Für die Erstellung einer wohldefinierten Projektplanung sollte die Hilfe eines Werkzeugs wie z.B. Microsoft-Project verwendet werden. Erfahrungsgemäss geben viele Projektleiter die Arbeit mit solcherlei Tools nach einiger Zeit auf, da diese scheinbar nicht ihre Erfordernisse abdecken. Wenn man dies dann genauer analysiert, dann erkennt man oft, dass es vielmehr an den mangelnden Kenntnissen des Projektleiters liegt. Dies können Schwächen in der zugrundeliegenden Methodik sein (Netzplantechnik) oder auch eine mangelnde Ausbildung in der Verwendung des Tools.

Im Qualitätsmanagement (QM) müssen konstruktive und analytische Qualitätsmanagement-Maßnahmen eingerichtet sein und es muss danach gearbeitet werden. Bei den konstruktiven QM-Maßnahmen muss daran gedacht werden, dass es dokumentierte Vorgehensweisen für den Software-Entwicklungsprozess gibt. Dies umfasst zum Beispiel die Verwendung von Programmierrichtlinien oder die Durchführung von Reviews und Code-Inspektionen. Auch der Test (d.h. die analytischen QM-Maßnahmen) darf nicht vernachlässigt werden. Es ist darauf zu achten, dass die Erfüllung aller Kundenanforderungen durch den Test abgedeckt wird und dass es Möglichkeiten von einfachen Regressionstests gibt. Regressionstests sollten im Normalfall durch technische Hilfsmittel unterstützt werden. Dafür gibt es sehr leistungsfähige Werkzeuge, wie z.B. SilkTest von Segue Software.

Im Konfigurationsmanagement (KM) wird darauf zu achten sein, dass es eine vernünftige Versions- und Releaseverwaltung gibt. Nur durch werkzeugunterstützte Versionsverwaltung ist ein Arbeiten an größeren Projekten durch eine Vielzahl von Entwicklern überhaupt noch denkbar. PVCS von MERANT, CCC/Harvest von Platinum (CA) oder SourceSafe von Microsoft sind zum Beispiel dafür geeignet. Zusätzlich zur Versionsverwaltung ist es notwendig zu definieren, wie die Entwicklungsumgebung, die Testumgebung und die Laufzeitumgebung des entwickelten Systems aufgebaut sein müssen. Dies umfasst solche Punkte wie zu verwendende Werkzeuge (Compiler, ...), einzustellende Optionen und benötigte Versionsnummern von Zukaufsoftware (Klassenbibliotheken, ...).

Auch die eigentliche Software-Entwicklung muss regelgerecht ablaufen. Zum einen müssen die Anforderungen des Kunden vollständig, widerspruchsfrei und prüfbar festgehalten werden und zum anderen müssen diese Anforderungen auch nach den "Regeln der Kunst" umgesetzt werden. D.h. bei der Konzeption ist so zu arbeiten, dass der Kunde stetig als regulierendes Glied in den Entwicklungsprozess einbezogen wird (d.h. grafische Darstellung von Anforderungen durch z.B. Use-Cases und die frühzeitige Erstellung von Prototypen). Weiterhin muss der Code so entwickelt werden, dass er später wartbar ist (Kommentierung im Code und Dokumentation außerhalb des Codes). Es empfiehlt sich heutzutage sehr leistungsfähige Entwicklungsumgebungen zu verwenden, die für die Erstellung von Applikationen über mehrere Schichten konzipiert sind (Benutzerschnittstelle, Geschäftslogik, Datenbank, ... in eigenen voneinander getrennten Schichten).


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