Reviews


Reviews dienen dazu, ein Arbeitsergebnis zu analysieren, zu bewerten und zu genehmigen. Reviews haben sich gerade bei der Bewertung von komplexen und kritischen Teilen des Gesamtsystems bewährt. Die Durchführung eines Reviews erfordert zwar sehr viel Arbeit und bindet Ressourcen, das Ergebnis gleicht dies jedoch wieder aus. Gerade wenn bei einem Review z.B. ein Designfehler entdeckt wird, dann wird die in das Review gesteckte Zeit eine gute Investition sein.

Reviews werden aufgrund des hohen zeitlichen Aufwands nur für wichtige Arbeitsergebnisse eingesetzt. Dies sind unter anderem das Pflichtenheft, die Systemarchitektur und andere konzeptionelle Dokumente. Es steht natürlich jedem Projektleiter und Qualitätsmanager frei, Reviews für zusätzliche kritische Dokumente anzuordnen.

Ablauf eines Reviews:

  1. Vorbereitung des Reviews
    Der Qualitätsmanager stimmt mit dem Autor des zu beurteilenden Produktes (Dokument) die Personen ab, welche das Review durchführen werden. Dies müssen Projektmitarbeiter sein, die nicht direkt mit der Erstellung des Produkts zu tun hatten, jedoch das notwendige Fachwissen besitzen, es beurteilen zu können. Diese Mitarbeiter werden vom Projektleiter über ihre Rolle informiert und die für das Review benötigte Zeit der einzelnen Projektmitarbeiter wird in den Projektplan eingeplant.
    Der Autor des zu beurteilenden Produkts (Dokument) erstellt eine eindeutig identifizierbare Version des Produktes (Versionsnummer, Änderungsdatum). Danach wird das Produkt den "Prüfern" zur Verfügung gestellt.
  2. Analyse des Review-Gegenstandes
    Jeder "Prüfer" analysiert den Review-Gegenstand für sich alleine und notiert alle Fragen, offenen Punkte, Verbesserungsvorschläge und kritischen Anmerkungen. Dabei geht es vor allem um inhaltliche Punkte (d.h. ist der dargestellte Lösungsweg plausibel, gibt es Lücken im Ablauf, wurden bestimmte Fehlerfälle nicht hinreichend berücksichtigt, ...). Zusätzlich sollten jedoch auch minimale Prüfungen bezüglich der Form des Prüfgegenstandes erfolgen (Versionsnummer vorhanden, korrekte Verwendung von standardisierten Methoden und Darstellungsformen, wie z.B. UMLZur Beschreibung des vorhergehenden Begriffs, ...).
  3. Review-Sitzung
    Zu einem unter allen Teilnehmern vereinbarten Zeitpunkt wird die sogenannte Review-Sitzung durchgeführt. Der/die Autoren des Review-Gegenstandes, ein Mitarbeiter des QM-Teams und die Prüfer treffen sich und besprechen die Ergebnisse der Analyse des Review-Gegenstandes. Einer der Teilnehmer führt ein Protokoll und dokumentiert in diesem alle während der Sitzung entdeckten Punkte, die im Prüfgegenstand korrigiert werden müssen. Am Ende der Review-Sitzung erklärt die Runde, ob der Prüfgegenstand akzeptiert wird oder nicht. Im Normalfall wird das Dokument zwar akzeptiert werden, es werden jedoch Punkte ins Protokoll aufgenommen, die noch nachgearbeitet werden müssen.
  4. Nachbereitung des Reviews
    Der Autor des Prüfgegenstandes arbeitet das Review-Protokoll durch und korrigiert alle darin aufgeführten Kritikpunkte. Danach wird das Dokument von einem Mitarbeiter des QM-Teams analysiert und entweder akzeptiert, zurückgewiesen oder es wird Folge-Review durchgeführt.

Ein wichtiger Aspekt bei Reviews ist die richtige Auswahl von Mitarbeitern (Prüfern) und deren gute Ausbildung (Review-Techniken, ...). Es ist ein fundamentaler Grundsatz von Reviews, dass lediglich eine konstruktive Kritik am Prüfgegenstand erfolgen darf, keinesfalls eine persönliche Kritik an dessen Autor.


Übergeordnetes Thema  Qualitätsmanagement