Änderungswesen für IT-Projekte


Im Änderungswesen muss definiert werden, wie Änderungswünsche (Change Requests) erfasst werden, wie und durch wen diese bewertet werden und wie die Durchführung von Änderungen zu erfolgen hat. Dabei ist es zuerst einmal nicht von Belang, ob es sich bei der Änderung um eine Fehlerkorrektur (Bug Fix), eine Änderung, oder um eine Erweiterung handelt. All diese verschiedenen Änderungswünsche müssen definiert und strukturiert abgewickelt werden. Gerade aufgrund von Schlampereien beim Änderungswesen sind schon viele Projekte (vor allem in finanzieller Hinsicht) gescheitert.

Das Änderungswesen ist sinnvollerweise gleich nach dem Unterschreiben des Pflichtenheftes durch den Kunden zu etablieren. Ab diesem Zeitpunkt induziert das Implementieren einer Änderung im Normalfall einen erhöhten Aufwand und dadurch Kosten, die von einer der beteiligten Parteien zu tragen sind (im Idealfall durch den Auftraggeber).

Der nachfolgend dargestellte Ablauf beschreibt das Änderungswesen während der Wartungsphase des entwickelten Systems. Der Ablauf vor der Wartungsphase ist weniger aufwendig (d.h. kein Regressionstest usw. vor der Kodierung).

Ablauf einer ÄnderungDer Beginn des Änderungsablaufs wird durch das Erkennen eines Änderungswunsches (im allgemeinen durch den Kunden) definiert. Dieser Wunsch wird in Form eines schriftlichen Änderungsantrags dokumentiert.

Das Entwicklungsteam erhält den Änderungsantrag und ist dafür verantwortlich diesen zu bewerten. D.h. es muss ermittelt werden, ob der Änderungswunsch notwendig (bereits implementiert, Bedienungsfehler, ...) und ob er machbar ist (technisch, konzeptionell, ...). Der Änderungsantrag muss um diese Information sowie um den geschätzten Änderungsaufwand ergänzt werden.

Wenn die Änderung notwendig und machbar sowie der Aufwand durch den Auftraggeber schriftlich genehmigt wurde, dann muss die Änderungsdurchführung geplant werden. D.h. es ist eine Termin- und Ressourcenplanung für die Implementierung der Änderung zu erstellen. Wichtig hierbei ist, dass versucht werden sollte mehrere Änderungen zu sammeln und möglichst gemeinsam zu implementieren. Eine Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Auftraggeber Prioritäten für die Änderungswünsche vergeben hat. 

Danach ist die Änderung zu konzipieren (Systemarchitektur und Konzeption anpassen).

Bei der Durchführung der Änderung ist auf die unter Kodierung aufgeführten Punkte zu achten (Wartbarkeit, ...).

Nachdem die Änderung kodiert wurde, ist das Gesamtsystem einem Regressionstest zu unterziehen (funktioniert alles noch wie zuvor ?). Zusätzlich ist auch die neue bzw. korrigierte Funktionalität zu prüfen.

Nach erfolgreichem Test ist das neue Release des Systems durch den Auftraggeber einer Abnahme zu unterziehen.

Nach erfolgter Abnahme kann das System erneut in Produktion genommen werden.

Tipp: Um alle am Projekt beteiligten Stellen über den Status aller Änderungsanträge auf dem Laufenden zu halten, ist eine Änderungsübersicht zu erstellen. Wenn möglich ist der Status aller Änderungsanträge in einer Datenbank zu halten, auf die z.B. per Intranet zugegriffen werden kann. Auch das Bereitstellen einer sogenannten Änderungs-Statusliste (Word- oder Excel-Dokument) ist eine Möglichkeit der Informationsweitergabe.

Dokumentvorlage-Symbol Vorlage für einen Änderungsantrag
Dokumentvorlage-Symbol Vorlage für eine Änderungs-Statusliste

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